Der „dritte Weg“ des hl. Thomas für den rationalen Beweis
der Existenz Gottes heißt auch Kontingenzbeweis. Der Beweis besteht darin, dass
Thomas hier argumentativ zu zeigen versucht, dass es keine kontingenten, d.h.
zufällig bzw. nicht-notwendig existierenden Dinge gäbe, wenn es nicht eine
Entität gibt, die aus sich selbst notwendig existiert. Auch Leibniz kennt einen
Kontingenzbeweis für die Existenz Gottes, der sich aber von dem dritten Weg des
hl. Thomas unterscheidet. Hier zunächst der Text des Beweises aus der Summa theologiae, I.2.3.:
Dienstag, 20. Februar 2018
Samstag, 20. Januar 2018
Neues Buch von Edward Feser erscheint auf Deutsch
Wie der Verlag EDITIONES SCHOLASTICAE mitteilt, hat er die deutschsprachigen
Übersetzungsrechte an dem erst kürzlich in den USA erschienen Buch Edward Fesers Five Proofs of the Existence of God
erworben und lässt das Buch derzeit übersetzen. Die deutschsprachige
Ausgabe mit dem Titel Fünf Gottesbeweise. Aristoteles, Plotin, Augustinus,
Thomas von Aquin, Leibniz, wird voraussichtlich im Sommer diesen Jahres zu
einem günstigen Verkaufspreis erscheinen (ich erwarte einen ähnlichen Preis wie
für das soeben erschienene Buch in deutscher Übersetzung von John Lawrence Hill: Nach dem Naturrecht,
also 27,90 Euro, da das Buch Fesers fast
die gleiche Seitenzahl hat).
Der Titel des Buches von Edward Feser erinnert sofort an die
„Fünf Wege“ Thomas von Aquins, die auch in diesem Blog vorgestellt wurden (und
aktuell wieder vorgestellt werden), doch genau das ist nicht der Fall. Das Buch
Fesers wendet sich fünf anderen Gottesbeweisen zu, von denen einer tatsächlich
von Thomas von Aquin stammt, allerdings nicht direkt aus der Summa, sondern aus
seiner Frühschrift Über das Sein und das
Wesen. Die vier anderen Beweise gehen zurück auf Aristoteles, Plotin, Augustinus
und Leibniz und Feser betont, dass er diese Beweise nicht in historischer Weise
vorstellt, sondern nur in Anlehnung an diese Autoren und ansonsten in moderner
Darstellung und v.a. sehr gut verständlich und einfach lesbar. Damit Sie
bereits wissen, was Sie bei diesem Buch erwartet, habe ich die Einleitung
übersetzt, die einen Überblick über das Buch gibt. Lesen Sie also hier die
Einleitung zu Fünf Gottesbeweise. Aristoteles, Plotin, Augustinus,
Thomas von Aquin, Leibniz.
Mittwoch, 10. Januar 2018
"Die fünf Wege" Thomas von Aquins: 2. Teil: Der Kausalbeweis
Mit
Erlaubnis des Autors veröffentlichen wir in diesem Blog eine
Artikelreihe zu den Gottesbeweisen Thomas von Aquins, die in der
theologischen Zeitschrift THEOLOGISCHES
erschienen ist. Bisher sind vier Beiträge erschienen. Wir werden diese
in den kommenden Tagen und Wochen hier im Blog veröffentlichen. Der erste Gottesbeweis ist am 12. Dezember erschienen. Heute veröffentlichen wir den "zweiten Weg", den Beweis aus der Kausalität.
Donnerstag, 4. Januar 2018
Neuerscheinung zum Naturrecht
Eines der besten Bücher der vergangenen Jahre zum Naturrecht
ist jetzt in deutscher Übersetzung erschienen. Wie bereits angekündigt, hat der
Verlag editiones scholasticae die deutschsprachigen Übersetzungsrechte an dem Buch
von John Lawrence Hill: After the Natural
Law vom US-amerikanischen Verlag Ignatius Press erworben und das Buch
inzwischen übersetzen lassen. Das Buch unter dem Titel Nach dem Naturrecht. Wie die klassische Weltsicht unsere modernen moralischen und politischen Werte fördert ist ab sofort lieferbar.
Scholastiker hat das Buch bereits erhalten und ich möchte es Ihnen sehr gerne
empfehlen. Das Buch ist gut, verständlich und flüssig geschrieben und
informiert nicht nur über die Theorie des Naturrechts, sondern auch über die Geschichte
des Naturrechts.
Freitag, 22. Dezember 2017
Frohe Weihnachten
"Der Mensch fiel, aber Gott stieg herab. Erbärmlich ist der Mensch, aber voll Erbarmen kam Gott hernieder. Der Mensch fiel durch Stolz, Gott kam herab in Gnaden." (Thomas von Aquin)
Scholastiker wünscht Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
Scholastiker wünscht Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
Dienstag, 12. Dezember 2017
"Die fünf Wege" Thomas von Aquins: 1. Teil: Der Beweis aus der Veränderung der Welt
Mit Erlaubnis des Autors veröffentlichen wir in diesem Blog eine Artikelreihe zu den Gottesbeweisen Thomas von Aquins, die in der theologischen Zeitschrift THEOLOGISCHES erschienen ist. Bisher sind vier Beiträge erschienen. Wir werden diese in den kommenden Tagen und Wochen hier im Blog veröffentlichen.
Wir beginnen heute mit dem ersten Gottesbeweis, dem "Beweis aus der Veränderung in der Welt", wie er auch genannt wird.
Wir beginnen heute mit dem ersten Gottesbeweis, dem "Beweis aus der Veränderung in der Welt", wie er auch genannt wird.
Dienstag, 14. November 2017
Die Moral von Amoris Laetitia ist nicht thomistisch
Der folgende Beitrag stammt von Richard A. Spinello, Associate
Research Professor am Boston College und Mitglied der Adjunct Faculty am St.
John's Seminary in Boston. Der Beitrag erschien in der katholischen
Onlinezeitschrift Crisis Magazine,
einer der großen katholischen Internetportale der USA.
„In einer offiziellen Ansprache während seines jüngsten
Besuchs in Kolumbien bat Papst Franziskus seine jesuitischen Brüder, seine
umkämpfte Exhortation über die Ehe zu verteidigen, die nach wie vor von
Unklarheiten und heftiger Unbestimmtheit heimgesucht werden. In seinem kurzen
Diskurs hat der Papst auch Thomas von Aquin in dieses Unternehmen einbezogen,
indem er auf die thomistischen Eigenschaften von Amoris Laetitia beharrte. Er legte dar, wie „die Moraltheologie von
Amoris Laetitia thomistisch ist, die
Moral des großen Thomas“ und stellte diese Moral der auf Kasuistik basierenden,
strengeren Moraltheologie gegenüber. Und in einem ziemlich rauen Ton
beschuldigte er diejenigen, die seine Exhortation kritisierten, eine „rein kasuistische“
Herangehensweise an die moralische Argumentation zu haben.
Montag, 6. November 2017
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?
Ein Gastbeitrag von Edward Feser
Der folgende Blogpost wurde übernommen vom Blog
edwardfeser.blogspot.com, dem Blog des Philosophen und wohl bekanntesten
amerikanischen analytischen Thomisten Edward Feser, Professor für Philosophie
am Pasadena City College in Kalifornien. Der Beitrag ist eine hervorragende
kritische Auseinandersetzung – oder sollte ich sagen, Abrechnung? – mit den
Idealen der Französischen Revolution aus naturrechtlicher Sicht. Scholastiker
hat diesen Blogbeitrag übersetzt um ihn den deutschen Lesern leichter
zugänglich zu machen.
„Oben abgebildet sind die Ideale der Französischen
Revolution und der modernen Welt im Allgemeinen - Freiheit, Gleichheit und
Brüderlichkeit. Man beachte sorgfältig, wie sie ihre Hauptattribute zeigen. Die
Freiheit gibt sich frei ihren Wünschen hin. Gleichheit teilt, was sie hat.
Brüderlichkeit sieht mit brüderlicher Sorge zu. Und sie sind alle Idioten.
Donnerstag, 26. Oktober 2017
Neue Bücher von Edward Feser: Die Todesstrafe
Der wohl bekannteste analytische Thomist der USA, Edward
Feser, Associate Professor für Philosophie am Pasadena City College in Pasadena
in Kalifornien, hat in diesem Jahr bereits zwei neue Bücher veröffentlicht.
Soeben ist erschienen sein Buch „Five Proofs of the Existence of God“, ein Buch
zu verschiedenen Gottesbeweisen, die aber nicht identisch sind mit den „fünf
Wegen“ Thomas von Aquins. Vor einigen Monaten erschien ein Buch, dass ich in
einem kurzen Blogbeitrag erwähnt habe und die naturrechtliche Auffassung zur
Todesstrafe verteidigt. Dieses Buch wurde zusammen mit Joseph M. Bessette
geschrieben, einem führenden amerikanischen Juristen und Professor für Government
und Ethik. Ich möchte dieses Buch hier kurz vorstellen und seine zentralen
Thesen darlegen. In Europa findet die Todesstrafe eine tiefe und radikale
Ablehnung, anders als in den USA und man kann der Auffassung sein, dass eine
Diskussion dieses Themas zumindest überflüssig, wenn nicht schädlich ist für
die Debatte um das Naturrecht. Doch dem würden die beiden Autoren entschieden
widersprechen.
Freitag, 29. September 2017
DGPhil-Kongress 2017: Ein Bericht
In dieser Woche fand in Berlin von Sonntag bis zum gestrigen
Donnerstag der 24. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie statt.
Diese philosophische Gesellschaft ist die mit Abstand größte in Deutschland mit
etwa 2.200 Mitgliedern, gefolgt von der GAP, der Gesellschaft für analytische
Philosophie mit derzeit etwa 1.200 Mitgliedern. Die DGPhil ist allerdings
zugleich ein Dachverband für verschiedene philosophische Fachgesellschaften.
Der Kongress an der Berliner Humboldt Universität war alles in allem
erfreulich, denn er hat gezeigt, dass der Neoaristotelismus vor allem bei
jüngeren Philosophinnen und Philosophen allmählich Anklang findet.
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