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Mittwoch, 1. April 2020

Philosophie der Mathematik. Eine Anmerkung


Was sind Zahlen und geometrische oder andere mathematische Objekte? Dies ist einer der Grundfragen der Philosophie der Mathematik. Bereits seit der Antike versucht die Philosophie auf diese Fragen eine Antwort zu geben. Zwei grundlegende Antworten auf diese Fragen werden heute hauptsächlich diskutiert. Eine dritte Position, die aristotelische Auffassung von mathematischen Gegenständen, ist eher selten, wenn nicht gar unbekannt.


Montag, 2. März 2020

Thomas von Aquins Kommentar zur Metaphysik des Aristoteles vollständig übersetzt


Seit einigen Tagen liegt die vollständige Übersetzung des Kommentars zu Aristoteles‘ Metaphysik von Thomas von Aquin vor. Nach langer Wartezeit ist jetzt auch der letzte Band der Reihe (Band 8, Übersetzung des 10. Buches) erschienen. Damit umfasst die Studienausgabe 11 Bände in einem kleinen und handlichen Format für Studierende und philosophisch Interessierte.

Freitag, 28. Februar 2020

Gibt es ein „Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben“?


Aus Anlass des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur sogenannten „aktiven Sterbehilfe“, die auch eine gewerbsmäßige Ausübung der Euthanasie einschließt, veröffentliche ich in diesem Blog mit Genehmigung des Verlags editiones scholasticae das Kapitel „Euthanasie“ aus dem Buch von Rafael Hüntelmann, Natürliche Ethik, zum Thema der sogenannten „aktiven Sterbehilfe“.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Rationalismus oder Empirismus: Die falsche Entscheidung


Von Edward Feser
Ich habe oft argumentiert, dass zeitgenössische Philosophen zu oft nur innerhalb der von ihren frühmodernen Vorfahren ererbten Box alternativer Positionen denken und dabei die sehr unterschiedliche Art und Weise, wie vormoderne Philosophen das begriffliche Territorium aufteilen würden, vernachlässigen oder sogar ignorieren.  Einer der wichtigsten Gründe dafür ist die rationalistisch-empirische Dichotomie, die durch Kant gefiltert wurde.  Sie hat ein klares Denken nicht nur über die Erkenntnistheorie, sondern auch über die Metaphysik behindert.

Mittwoch, 29. Januar 2020

Warum ist ein Ding ein Individuum?


Die Frage, was materielle Gegenstände individuiert, bzw. wodurch diese individuiert werden, gehört zu den immer wieder diskutierten philosophischen Fragen. Einzig für Nominalisten stellt diese Frage kein Problem dar, denn für sie existieren ausschließlich individuelle Entitäten, so dass die Individualität einer Entität keiner weiteren Erklärung bedarf, da sie einfach ist. Für die aristotelisch-thomistische Tradition wie auch für jede andere philosophische Theorie, die die Existenz von Universalien annimmt, stellt die Frage der Individuation hingegen eine Herausforderung dar, die nicht leicht zu beantworten ist. In folgenden Beitrag werde ich die Theorie der Individuation in der aristotelisch-thomistischen Philosophie darstellen und diese Theorie mit einigen anderen philosophischen Theorien konfrontieren.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Ein neues Buch von David Oderberg


Nach fast 12 Jahren Wartezeit hat David Oderberg, der derzeit wohl führende analytische Thomist (auf der Liste der 50einflussreichsten Philosophen der Welt) ein neues Buch veröffentlicht. Der Titel: The Metaphysics of Good and Evil Leider ist die gedruckte Hardcoverausgabe extrem teuer, doch es gibt ein eBook zu einem günstigen Preis und im Verlauf dieses Jahres kann man auch eine günstigere Paperbackausgabe erwarten. 
Das Warten hat sich gelohnt: Das neue Buch Oderbergs erfüllt alle Erwartungen, die man an diesen Autor stellen kann.

Dienstag, 3. Dezember 2019

Die Wahrheit des Szientismus


In den letzten Jahrzehnten scheint sich der Szientismus als die vorherrschende Strömung nicht nur in der Philosophie, sondern auch im alltäglichen Leben durchgesetzt zu haben. Wir erwarten von der Wissenschaft und insbesondere von der Naturwissenschaft die Antwort auf alle wesentlichen Fragen. Ein Blick in die Medien und insbesondere in die populären Wissenschaftsmagazine, ob im Fernsehen oder in anderen Medien, macht diesen Trend deutlich. Es sind fast die einzigen Sendungen und Magazine, die einen Zuwachs an Zuschauern und Lesern verzeichnen können. 

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Tod und Organtransplantation


David Oderberg, einer der einflussreichsten und bekanntesten thomistischen Philosophen der Gegenwart, hat in einem Aufsatz für eine Fachzeitschrift (2019) eine Analyse des Hirntodkriteriums, aber auch anderer Todeskriterien veröffentlicht. In seinem Beitrag argumentiert Oderberg, dass alle derzeitig gebräuchlichen empirisches Kriterien zur Bestimmung des Todeszeitpunkts unzuverlässig sind und das nur die Philosophie, bzw. die Metaphysik in der Lage ist, zu bestimmen, was der Tod ist. In der aristotelisch-thomistischen Metaphysik wird aber die Trennung von Leib und Seele als Tod definiert. Diese Trennung von Leib und Seele ist empirisch auf jeden Fall gegeben, wenn die Verwesung des Körpers eintritt. Oderberg folgert deshalb, dass jede Organtransplantation seit den 1950er Jahren, bei der die Organe einem Menschen entnommen wurden, der mit dem Hirntodkriterium für tot erklärt wurde, letztlich die Tötung eines Menschen darstellt. Er tritt ein für ein Moratorium für alle weiteren Transplantationen, bei denen der Tod nicht zumindest durch die Totenstarre festgestellt wird.

Dienstag, 27. August 2019

Naturphilosophie und Naturwissenschaft


Wie steht es um das Verhältnis von Naturphilosophie und Naturwissenschaft? Diese Frage eröffnet ein weites Feld, aber einige einleitende Worte, insbesondere aus erkenntnistheoretischer Sicht, können hilfreich sein, um dieses Verhältnis zu beleuchten und die Einwände, die häufig von Naturwissenschaftlern und insbesondere von szientistisch orientieren Philosophen aufzugreifen und zu entkräften.

Dienstag, 6. August 2019

Psychoanalyse des sexuellen Revolutionärs


Wenn jemand eine Behauptung aufstellt oder ein Argument vorbringt und vorgibt, es zu widerlegen, indem er auf einen angeblichen persönlichen Mangel seines Charakters aufmerksam macht (wie z.B. einen schlechten Charakter oder ein verdächtiges Motiv), dann haben wir es einen ad hominem Trugschluss zu tun.  Der Grund, warum es sich um einen Trugschluss handelt, ist, dass das, worum es in einem solchen Fall geht, die Wahrheit der Behauptung oder die Beweiskraft des Arguments ist, aber stattdessen wurde das Thema gewechselt, indem man über etwas anderes spricht, nämlich über die Person, die die Behauptung oder das Argument aufstellt.  Aber wie ich in einem Beitrag von vor einigen Jahren erklärte, ist nicht jede Kritik an einer Person, die eine Behauptung oder ein Argument vorbringt, ein ad hominem Trugschluss, denn manchmal ist das Thema tatsächlich die Person selbst. Wenn eine Person zum Beispiel anfällig für ad hominem Trugschlüsse ist und trotz sanfter Korrektur auf ihnen besteht, ist es völlig legitim zu bemerken, dass sie irrational und vielleicht sogar moralisch in gewisser Weise defekt ist - zum Beispiel, dass sie im Laster des Zorn verharrt, oder eine eigensinnige Persönlichkeit hat, oder sich eines Mangels an Nächstenliebe gegenüber ihren Gegnern schuldig macht.