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Mittwoch, 17. August 2011

Entstehung des Lebens aus Materie?


Ist es zumindest theoretisch möglich, dass Leben aus unbelebter Materie entsteht? Gewisse Evolutionstheoretiker mit einer Neigung zu Übergriffen in philosophische Bereiche behaupten, dass eine solche Entstehung des Lebens nicht nur möglich ist, sondern notwendig ist, weil das Leben nicht anders erklärt werden kann. Etwas genauere Überlegungen über das Wesen der Kausalität machen allerdings deutlich, dass die Entstehung von Lebewesen, wie primitiv diese auch sein mögen, aus unbelebter Materie schon rein theoretisch völlig unmöglich ist.




In der Philosophie unterscheidet man schon seit Aristoteles zwischen zwei grundverschiedenen Arten der Ursächlichkeit. In der neueren Philosophie findet diese Unterscheidung leider kaum noch Beachtung. Dieser Unterschied besteht in einer Verursachung, die auf ein anderes, äußeres Ding gerichtet ist, wie wenn durch irgendeine Erschütterung ein Stein ins Rollen kommt, oder wenn durch eine äußere Einwirkung, z.B. einem Sturz, der Knochen des Beins bricht. Diese Art der Kausalität findet sich im materiellen Reich überall. Die Philosophen nennen diese Form der Kausalität auch transiente Kausalität.

Davon wird die immanente Kausalität unterschieden. Deren Besonderheit besteht darin, dass die Wirkung nicht auf ein anderes Ding übertragen wird, sondern stets die Wirkung im Ding selbst verbleibt, bzw. auf das Ding zurück bezogen wird. Diese Art der Kausalität ist fundamental verschieden von der transienten Kausalität und findet sich ausschließlich bei Lebewesen. In der immanenten Kausalität tut ein Ding etwas durch sich selbst für sich selbst, während in der transienten Kausalität ein Ding etwas für ein anderes Ding tut. Ein Lebewesen, selbst die primitivste Pflanze oder ein Einzeller, nimmt eine von außen wirkende Ursache in sich auf, indem sie diese sich selbst einverwandelt. Dies geschieht z.B. bei der Nahrungsaufnahme, bei der die aufgenommene Nahrung durch den Stoffwechsel dem Lebewesen im wahrsten Sinne „einverleibt“ wird. Diese Art der Kausalität ist bestimmend für die Vorgänge des Metabolismus, der Ausscheidung, der Thermoregulation und vieler anderer Vorgänge, wie sie von der Biologie für alle Lebewesen beschrieben werden. Dies geschieht in einem Organismus und für diesen Organismus.

Die Frage, ob aus unbelebter Materie Leben entstehen kann, lässt sich aus dieser Analyse auch so formulieren: Was  muss geschehen, damit aus einer bloß transienten Ursache eine immanente Ursache wird? Die Antwort lautet ganz einfach, dass aus einer transienten Ursache niemals durch sich selbst eine immanente Ursache werden kann, denn beide Ursachenformen sind fundamental verschieden. Im materiellen Bereich wirkt ein materieller Körper auf einen anderen materiellen Körper usw. Dass eine von außen kommende Ursache von einem Ding, dass diese Ursache aufnimmt, in sich selbst umgewandelt wird, setzt bereits ein Wesen voraus, das dazu in der Lage ist, nämlich ein Lebewesen. Die physikalische Welt ist in diesem Sinne tatsächlich in sich geschlossen.  Kein Ding kann etwas geben, was es nicht selbst hat.

Um das Argument etwas allgemeiner zu bezeichnen kann man sagen: Es gibt fundamental verschiedene Arten der Kausalität. Diese müssen zumindest zum Teil von der gleichen Art sein, um sie voneinander abzuleiten. Diese verschiedenen Arten sind die bereits im Blog beschriebenen vier Ursachen, die Formal-, Material-, Wirk- und Zielursache. Die Wirkursache ist eine transiente Ursache, die Zielursache hingegen ist eine immanente Ursache. Eine Wirkursache verursacht stets eine Wirkung, die wieder zur Wirkursache für ein anderes Ding werden kann. Sie wird aber niemals zu einer Zweck- oder Zielursache. Nur eine Zweckursache kann für ein Ding zu einer Zweckursache werden. Wäre es hingegen möglich, dass eine Zweckursache aus einer Wirkursache oder irgend einer anderen Ursachenart entsteht, dann müsste man dies überall beobachten können. Doch in unseren Beobachtungen der Dinge in unserer Welt sehen wir Zweckursachen ausschießlich bei Lebewesen.

Kurz und zusammenfassend gesagt: Eine Entstehung von Leben aus unbelebter Materie ist philosophisch und somit erst recht naturwissenschaftlich völlig unmöglich, was zugleich bedeutet, dass Leben einen anderen Ursprung haben muss als Evolution aus unbelebter Materie.

Kommentare:

  1. Von allen Dächern müsste diese Botschaft verkündet werden. Es ist ja so einfach, zu verstehen, dass Autogenese der Materie eine Lüge ist, man braucht es bloss zu wollen.
    Und ein Satz wie dieser
    "Kein Ding kann etwas geben, was es nicht selbst hat."
    taugt zum Mustersatz dafür, dass es auch Gesetze gibt, denen nicht ein natürliches Verfalldatum gesetzt ist.

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  2. Ist ja ganz nett, doch gegen negative Dogmen kommt man so nicht an!

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