Die Neuerscheinung aus dem Jahr 2015 von John Safranek ist
eines der besten kritischen Auseinandersetzungen mit dem Liberalismus
überhaupt. Unter Liberalismus wird hier die politische, soziale und kulturelle
Grundhaltung der westlichen Gesellschaften verstanden, also nicht die Politik
der FDP, sondern aller Parteien im Deutschen Bundestag und all derjenigen, die
hineinwollen. Das Buch ist besonders auf die US-amerikanische Situation
ausgerichtet und oft werden Beispiele von Urteilsbegründungen des obersten
US-Gerichts, des Supreme Court genannt, die sich aber problemlos auf Urteile
des Bundesverfassungsgerichts der letzten Jahre übertragen lassen.
Dienstag, 25. Juli 2017
Mittwoch, 19. Juli 2017
Bücher für Scholastiker und die es werden wollen
Heute möchte ich Ihnen vier Neuerscheinungen vorstellen, die
es wert sind ausführlicher vorgestellt werden. Die Besprechung muss ich aber
auf die kommenden Tage und Wochen verschieben und heute will ich diese Bücher
nur kurz vorstellen. Bedauerlicherweise ist keines dieser Bücher in Deutschland
erschienen und es wird sicher noch über 10 Jahre dauern, bis die deutsche
Philosophie den Anschluss an den internationalen Standard findet. Hier also nun
die kurze Vorstellung:
Montag, 10. Juli 2017
Glückseligkeit – Ziel aller menschlichen Tätigkeit
In einem vorherigen Blogbeitrag
habe ich dafür argumentiert, dass es ein letztes Ziel aller menschlichen
Handlungen gibt. Auch wenn es unzählbare verschiedene Ziele der zahlreichen
Handlungen in unserem Leben gibt, so sind diese vielen Ziele letztlich auch ein
letztes Ziel gerichtet, ohne die es diese Zwischenziele nicht geben würde, denn
im Vergleich zum letzten Ziel sind alle anderen Ziele nur Mittel. Dieses letzte
Ziel ist nach Auffassung der aristotelisch-scholastischen Philosophie die
Glückseligkeit. In allen unseren Handlungen streben wir nach Glück, letztlich
nach vollkommenem Glück. Doch was ist das?
Freitag, 23. Juni 2017
Thomas von Aquins Kommentar zur Metaphysik des Aristoteles
Es geht weiter: Inzwischen sind neun von zwölf Büchern des
bekannten Kommentars Thomas von Aquins zur Metaphysik
des Aristoteles erschienen. Der Kommentar
des hl. Thomas stellt das wohl umfangreichste philosophische Werk Thomas von
Aquins dar und zeigt nicht nur die Nähe Thomas‘ zur Philosophie des
Aristoteles, sondern zugleich auch seine Selbständigkeit und die
Weiterentwicklung der von Aristoteles entwickelten Grundlagen der Philosophie.
Selbst Philosophen, die keine besondere Nähe zu Thomas haben gestehen gerne zu,
dass der Kommentar Thomas von Aquins bis heute die beste Interpretation zur
aristotelischen Metaphysik darstellt. Es gibt keine Interpretation der
Metaphysik des Aristoteles, die keinen Bezug nimmt auf den Kommentar von Thomas.
Mittwoch, 7. Juni 2017
Gibt es ein letztes Ziel aller menschlichen Handlungen?
Bei jeder unserer Handlungen verfolgen wir ein Ziel. Ohne
ein solches Ziel würden wir nicht handeln. Der Begriff der Handlung ist hier in
einem weiten Sinne gemeint, wozu auch das Nichtstun gehören kann. In unserem
Tagesverlauf folgt eine Handlung der nächsten. Ist ein Ziel erreicht, verfolgen
wir ein weiteres Ziel. Bestimmte Ziele sind anderen Zielen über- oder
untergeordnet. Wir gehen einkaufen um einen Grillabend vorzubereiten. Das
Einkaufen ist hier ein Mittel in Bezug auf das Ziel des Grillabends. Aber auch
dieser kann wieder das Mittel für ein anderes Ziel sein. Die Frage des heutigen
Beitrags lautet: Gibt es ein letztes Ziel des Menschen, dem alle anderen Ziele
untergeordnet sind?
Donnerstag, 11. Mai 2017
Erlaubt die Redefreiheit, in der Öffentlichkeit zu lügen?
Die Gesellschaft fürAnalytische Philosophie (GAP) schreibt
regelmäßig den sogenannten „GAP Essaypreis“ aus. So auch im Jahr 2017. Die
Ausschreibung richtet sich primär an Studierende der Philosophie. In den
meisten Fällen handelt es sich bei den ausgeschriebenen Themen um solche aus
dem Bereich der Ethik, so auch die aktuelle Frage. Das für 2017 gewählte Thema
ist durchaus aktuell, denn es betrifft u.a., zumindest indirekt, die Frage nach
der Zensur von sogenannten Fake-News,
also Nachrichten, insbesondere in den sozialen Netzwerken, die eindeutig
falsch, also gelogen sind. Der Bundesjustizminister Heiko Maas plant derzeit
ein Gesetz, mit dessen Hilfe die Betreiber von sozialen Netzwerken gezwungen
werden sollen, solche Falschmeldungen zu löschen.
Samstag, 15. April 2017
Sieben Thesen der natürlichen Ethik
Scholastiker veröffentlicht hier die 7 Thesen zur natürlichen Ethik, die eine recht gute Kurzfassung der Grundlagen der natürlichen Ethik darstellen und die ich aus dem Grundkurs Philosophie VI. Natürliche Ethik entnommen habe, der im Januar erschienen ist.
Dienstag, 14. März 2017
Ist es moralisch geboten, Notleidenden aus fernen Ländern zu helfen?
Im Hintergrund der Debatte um die Migration nach Europa
steht die Frage, ob es moralisch geboten ist, Menschen die sich in einer
schweren Notlage befinden (Hunger, Armut, Krieg, Verfolgung etc.) zu helfen.
Diese Frage beinhaltet einige Vorfragen, die zunächst beantwortet werden
müssen, um diese Frage zu beantworten. Diese Vorfragen lauten:
(a)
Wann ist eine Handlung geboten?
(b)
Was meint „ferne Länder“?
(c)
Wer ist derjenige, der helfen soll?
Die Antworten auf diese Fragen werden auf der Grundlage des klassischen,
aristotelisch-thomistischen Naturrechts zu geben versucht.
Freitag, 10. März 2017
Ist das Gehirn ein Computer?
Die Computertheorie des Gehirns ist in der Gegenwartsphilosophie
weit verbreitet (z.B. P. Churchland; T.J. Sejnowski: The Computational Brain. Cambridge: MIT Press 1992). Auch außerhalb
der Philosophie wird diese Auffassung vom Menschen nicht selten vertreten.
Dagegen hat der amerikanische Philosoph John Searle, der kein Scholastiker ist,
sondern ein Materialist, ein starkes und m.E. bisher unwiderlegtes Argument
vorgetragen (The Rediscovery of the Mind, Cambridge, MA: MIT Press 1992). Ich
meine hier nicht das bekannte „Chinese Room Argument“,
mit dem Searle deutlich gemacht hat, dass die Syntax nicht hinreichend ist für
die Semantik der Sprache und das sich gegen die Theorie einer Identität von
mentalen und materiellen Eigenschaften richtet.
Mittwoch, 1. März 2017
Wie der Papst Thomas von Aquin verfälscht
In seiner apostolische Exhortation Amoris Laetitia von Papst Franziskus, die unter Katholiken mehr als
umstritten ist (um es einmal vorsichtig auszudrücken), verfälscht Papst
Franziskus Aussagen Thomas von Aquins. Dies kann man auch als Philosoph nicht
unwidersprochen hinnehmen. Zu theologischen Fragen äußere ich mich in diesem
Blog im Allgemeinen nicht, es sei denn, sie betreffen direkt auch
philosophische Fragen. Hinsichtlich von Amoris
Laetitia könnte man von philosophischer Seite ganz allgemein sagen, dass es
vom Naturrecht keine Ausnahmen gibt. Ein naturrechtliches Gebot wie die
Unauflösbarkeit der Ehe (das sich bereits bei Aristoteles findet) gilt
ausnahmslos und ist nicht dispensierbar. In der apostolische Exhortation des
Papstes geht es allerdings um die theologische Frage, ob man Personen, die im
dauernden Ehebruch lebe, die Sakramente erteilen darf oder nicht. Man kann
hierzu in philosophischer Hinsicht vielleicht sagen, dass die Zulassung von
Personen zu den Sakramenten, die in einer zweiten Ehe leben, obgleich die erste
Ehe naturrechtlich noch weiterbesteht (sog. Geschiedene und Wiederverheiratete),
voraussetzt, dass die Unauflöslichkeit der Ehe nicht ausnahmslos gilt. Doch
darum geht es in meinem Beitrag nicht, sondern um die Verfälschung des hl.
Thomas im Text des Papstes.
Abonnieren
Posts (Atom)









