Es geht weiter: Inzwischen sind neun von zwölf Büchern des
bekannten Kommentars Thomas von Aquins zur Metaphysik
des Aristoteles erschienen. Der Kommentar
des hl. Thomas stellt das wohl umfangreichste philosophische Werk Thomas von
Aquins dar und zeigt nicht nur die Nähe Thomas‘ zur Philosophie des
Aristoteles, sondern zugleich auch seine Selbständigkeit und die
Weiterentwicklung der von Aristoteles entwickelten Grundlagen der Philosophie.
Selbst Philosophen, die keine besondere Nähe zu Thomas haben gestehen gerne zu,
dass der Kommentar Thomas von Aquins bis heute die beste Interpretation zur
aristotelischen Metaphysik darstellt. Es gibt keine Interpretation der
Metaphysik des Aristoteles, die keinen Bezug nimmt auf den Kommentar von Thomas.
Freitag, 23. Juni 2017
Mittwoch, 7. Juni 2017
Gibt es ein letztes Ziel aller menschlichen Handlungen?
Bei jeder unserer Handlungen verfolgen wir ein Ziel. Ohne
ein solches Ziel würden wir nicht handeln. Der Begriff der Handlung ist hier in
einem weiten Sinne gemeint, wozu auch das Nichtstun gehören kann. In unserem
Tagesverlauf folgt eine Handlung der nächsten. Ist ein Ziel erreicht, verfolgen
wir ein weiteres Ziel. Bestimmte Ziele sind anderen Zielen über- oder
untergeordnet. Wir gehen einkaufen um einen Grillabend vorzubereiten. Das
Einkaufen ist hier ein Mittel in Bezug auf das Ziel des Grillabends. Aber auch
dieser kann wieder das Mittel für ein anderes Ziel sein. Die Frage des heutigen
Beitrags lautet: Gibt es ein letztes Ziel des Menschen, dem alle anderen Ziele
untergeordnet sind?
Donnerstag, 11. Mai 2017
Erlaubt die Redefreiheit, in der Öffentlichkeit zu lügen?
Die Gesellschaft fürAnalytische Philosophie (GAP) schreibt
regelmäßig den sogenannten „GAP Essaypreis“ aus. So auch im Jahr 2017. Die
Ausschreibung richtet sich primär an Studierende der Philosophie. In den
meisten Fällen handelt es sich bei den ausgeschriebenen Themen um solche aus
dem Bereich der Ethik, so auch die aktuelle Frage. Das für 2017 gewählte Thema
ist durchaus aktuell, denn es betrifft u.a., zumindest indirekt, die Frage nach
der Zensur von sogenannten Fake-News,
also Nachrichten, insbesondere in den sozialen Netzwerken, die eindeutig
falsch, also gelogen sind. Der Bundesjustizminister Heiko Maas plant derzeit
ein Gesetz, mit dessen Hilfe die Betreiber von sozialen Netzwerken gezwungen
werden sollen, solche Falschmeldungen zu löschen.
Samstag, 15. April 2017
Sieben Thesen der natürlichen Ethik
Scholastiker veröffentlicht hier die 7 Thesen zur natürlichen Ethik, die eine recht gute Kurzfassung der Grundlagen der natürlichen Ethik darstellen und die ich aus dem Grundkurs Philosophie VI. Natürliche Ethik entnommen habe, der im Januar erschienen ist.
Dienstag, 14. März 2017
Ist es moralisch geboten, Notleidenden aus fernen Ländern zu helfen?
Im Hintergrund der Debatte um die Migration nach Europa
steht die Frage, ob es moralisch geboten ist, Menschen die sich in einer
schweren Notlage befinden (Hunger, Armut, Krieg, Verfolgung etc.) zu helfen.
Diese Frage beinhaltet einige Vorfragen, die zunächst beantwortet werden
müssen, um diese Frage zu beantworten. Diese Vorfragen lauten:
(a)
Wann ist eine Handlung geboten?
(b)
Was meint „ferne Länder“?
(c)
Wer ist derjenige, der helfen soll?
Die Antworten auf diese Fragen werden auf der Grundlage des klassischen,
aristotelisch-thomistischen Naturrechts zu geben versucht.
Freitag, 10. März 2017
Ist das Gehirn ein Computer?
Die Computertheorie des Gehirns ist in der Gegenwartsphilosophie
weit verbreitet (z.B. P. Churchland; T.J. Sejnowski: The Computational Brain. Cambridge: MIT Press 1992). Auch außerhalb
der Philosophie wird diese Auffassung vom Menschen nicht selten vertreten.
Dagegen hat der amerikanische Philosoph John Searle, der kein Scholastiker ist,
sondern ein Materialist, ein starkes und m.E. bisher unwiderlegtes Argument
vorgetragen (The Rediscovery of the Mind, Cambridge, MA: MIT Press 1992). Ich
meine hier nicht das bekannte „Chinese Room Argument“,
mit dem Searle deutlich gemacht hat, dass die Syntax nicht hinreichend ist für
die Semantik der Sprache und das sich gegen die Theorie einer Identität von
mentalen und materiellen Eigenschaften richtet.
Mittwoch, 1. März 2017
Wie der Papst Thomas von Aquin verfälscht
In seiner apostolische Exhortation Amoris Laetitia von Papst Franziskus, die unter Katholiken mehr als
umstritten ist (um es einmal vorsichtig auszudrücken), verfälscht Papst
Franziskus Aussagen Thomas von Aquins. Dies kann man auch als Philosoph nicht
unwidersprochen hinnehmen. Zu theologischen Fragen äußere ich mich in diesem
Blog im Allgemeinen nicht, es sei denn, sie betreffen direkt auch
philosophische Fragen. Hinsichtlich von Amoris
Laetitia könnte man von philosophischer Seite ganz allgemein sagen, dass es
vom Naturrecht keine Ausnahmen gibt. Ein naturrechtliches Gebot wie die
Unauflösbarkeit der Ehe (das sich bereits bei Aristoteles findet) gilt
ausnahmslos und ist nicht dispensierbar. In der apostolische Exhortation des
Papstes geht es allerdings um die theologische Frage, ob man Personen, die im
dauernden Ehebruch lebe, die Sakramente erteilen darf oder nicht. Man kann
hierzu in philosophischer Hinsicht vielleicht sagen, dass die Zulassung von
Personen zu den Sakramenten, die in einer zweiten Ehe leben, obgleich die erste
Ehe naturrechtlich noch weiterbesteht (sog. Geschiedene und Wiederverheiratete),
voraussetzt, dass die Unauflöslichkeit der Ehe nicht ausnahmslos gilt. Doch
darum geht es in meinem Beitrag nicht, sondern um die Verfälschung des hl.
Thomas im Text des Papstes.
Dienstag, 28. Februar 2017
Metaphysische Voraussetzungen einer objektiven Moral
Wenn man eine objektive, realistische Moraltheorie
verteidigen will, dann geht dies nur auf der Grundlage einer Metaphysik. Die
Metaphysik ist die Wissenschaft vom Seienden als Seienden (Aristoteles). Sie
untersucht alles, was gibt, ausschließlich in Hinsicht darauf, dass es
existiert. Wenn man nach einer objektiven Moral fragt, dann muss man zunächst
die Frage klären, ob es so etwas wie objektive, von uns unabhängige moralische
Tatsachen gibt, bzw. falls es solche moralischen Tatsachen geben sollte, worin
diese bestehen. Die natürliche Ethik hat vor allem zwei metaphysische
Voraussetzungen: sie ist essentialistisch und teleologisch. Hierin
unterscheidet sie sich von fast allen anderen Moraltheorien.
Montag, 13. Februar 2017
Erster Aquinas Workshop
Das Institut für Thomistische Philosophie hat sich diesmal
etwas Besonderes einfallen lassen. Nachdem sowohl die Sommerakademie im
vergangenen Jahr als auch die für Ende dieser Woche geplante Winterakademie
durch zu geringe Teilnehmerzahlen nicht zustande kamen, ist das iTP jetzt eine
Kooperation mit dem Kölner Lindenthal-Institut eingegangen
und veranstaltet an einem Oktoberwochenende in Köln einen Workshop mit einem
Call for Papers, bei dem auch Studierende einen Vortrag halten können.
Donnerstag, 9. Februar 2017
Objektiv moralisch gut
Wenn wir über moralische Fragen streiten, dann setzt dies
eigentlich voraus, dass es eine objektive Wahrheit auch in moralischen Fragen
gibt. Eigentlich. Doch seit Jahrhunderten wird von Seiten der meisten
Philosophen gerade das bestritten. Wenn sie nicht wie David Hume behaupten,
dass es bei moralischen Diskussionen nur darum geht, die persönlichen Vorlieben
gegenüber anderen durchzusetzen, dann sind sie doch fest überzeugt, dass
moralische Fragen kein Fundament in der uns umgebenden Wirklichkeit haben, sondern
bestenfalls in der Übereinstimmung einer Mehrheit von Menschen. Im vorherigen Blogbeitrag habe ich dafür argumentiert, dass „gut“ eine objektive, von uns
unabhängige Qualität ist. Allerdings habe ich noch keine Argumente dafür
angeführt, dass es auch ein objektiv moralisches Gut gibt, aus dem sich
moralische Rechte und Pflichten ergeben.
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