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Mittwoch, 14. Juli 2021

Aristotelisch-Thomistische Philosophie im 21. Jahrhundert. Teil 2


 
Im Folgenden veröffentliche ich in mehreren Teilen ein Beitrag über die aktuellen Entwicklungen in der aristotelisch-thomistischen Philosophie, der kürzlich in einem Sonderheft der Zeitschrift „DIVINITAS. Rivista Internazionale di Ricerca e di Critica Teologica“ erscheinen ist. Der Beitrag passt sehr gut zu meinem Blog, da er die „Neue Scholastik im 21. Jahrhundert“ perfekt darstellt und zusammenfasst. Der Beitrag hat im Druck allerdings 16 Seiten, so dass ich ihn in verschiedene Teile aufteilen muss. Hier nun der erste Teil dieses Artikels.

Dienstag, 6. Juli 2021

Neugierde verdammt die Katze

 


Thomas von Aquin sagt uns, dass Neugier ein Laster ist.  Bevor Sie sich an Ihre Erbsen klammern, lieber atheistischer Leser, sollten Sie wissen, dass Thomas das Streben nach Wissen als solches nicht verdammte.  Im Gegenteil, er bezeichnet ein solches Streben als "Gelehrsamkeit", und er betrachtete es als Tugend, nicht als Laster.  "Neugierde", wie Thomas von Aquin den Begriff verwendet, bezieht sich stattdessen auf intellektuelle Bestrebungen, die in irgendeiner Hinsicht ungeordnet sind.  (Vergleiche: Die Sünde des Zorns ist nicht der Zorn, sondern das Nachgeben des ungeordneten Zorns; die Sünde der Lust ist nicht das sexuelle Verlangen, sondern das Nachgeben des ungeordneten sexuellen Verlangens; und so weiter.  In jedem Fall ist es nicht die Sache, sondern der Missbrauch der Sache, der verurteilt wird).

 

Aristotelisch-Thomistische Philosophie im 21. Jahrhundert. Teil 1


 Im Folgenden veröffentliche ich in mehreren Teilen ein Beitrag über die aktuellen Entwicklungen in der aristotelisch-thomistischen Philosophie, der kürzlich in einem Sonderheft der Zeitschrift „DIVINITAS. Rivista Internazionale di Ricerca e di Critica Teologica“ erscheinen ist. Der Beitrag passt sehr gut zu meinem Blog, da er die „Neue Scholastik im 21. Jahrhundert“ perfekt darstellt und zusammenfasst. Der Beitrag hat im Druck allerdings 16 Seiten, so dass ich ihn in verschiedene Teile aufteilen muss. Hier nun der erste Teil dieses Artikels.

Dienstag, 1. Juni 2021

Grisez über das Abwägen zwischen Gesundheit und anderen Überlegungen

 


Im Folgenden gebe ich einen jüngst veröffentlichten Text von Edward Feser wieder, der sich mit dem Problem von COVID-19 und besonders mit den unangemessenen Reaktionen von Seiten der Regierenden beschäftigt. Dabei nimmt Feser Bezug auf den bekanntesten Vertreter der sogenannten New Natural Law Theory, also der „Neuen Naturrechtstheorie“, über die sowohl Feser als auch ich selbst (in diesem Blog) uns kritisch geäußert haben. In der Frage der Angemessenheit der Maßnahmen der Regierungen auf die Covid-19 Krise jedoch vertritt Grisez eine eher klassische Position. Der folgende Text von Feser stellt eine gute Ergänzung zu meinem jüngsten Beitrag zum Thema dar. Da der folgende Text für die Verhältnisse in Deutschland mindestens genauso zutrifft wie in den USA, habe ich übersetzt und möchte ich ihn empfehlen.

 

Dienstag, 25. Mai 2021

Gemeinwohl, Subsidiarität und Corona. Teil 2

 


Im 1. Teil wurden die Grundlagen für eine Diskussion der Frage vorgestellt, ob die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angemessen, bzw. ob diese Maßnahmen im Sinne des Gemeinwohls sind. Dabei wurde der Begriff des Gemeinwohls definiert und die außerordentliche große Bedeutung der Subsidiarität für das Gemeinwohl hervorgehoben. Es wurde die Definition gegeben, dass etwas im Sinne des Gemeinwohls ist, genau dann, wenn es die Mittel zur Verfügung stellt, damit eine Person, oder eine Gemeinschaft in die Lage versetzt wird, ihren Zweck selbständig zu verwirklichen.

 

Dienstag, 18. Mai 2021

Gemeinwohl, Subsidiarität und Corona. Teil 1

 


Bei der Diskussion um das Für und Wider der von Seiten der Regierenden getroffenen Maßnahmen wird selten Bezug genommen auf die Frage des Gemeinwohls. Das Gemeinwohl ist aber die Aufgabe des Staates. Alle Maßnahmen des Staates und der staatlichen Organe muss auf das Gemeinwohl gerichtet sein. Deshalb muss man die Frage stellen, ob die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie dem Gemeinwohl nützen oder schaden. Insbesondere der sogenannte Lockdown, die nahezu vollständige Schließung der wirtschaftlichen, kulturellen, schulischen, universitären etc. Einrichtungen hat schwerwiegende Folgen für die ganze Gemeinschaft. Andererseits gehört die Gesundheitsfürsorge zu den Aufgaben des Staates im Sinne des Gemeinwohls. Es ist also ein Abwägung erforderlich. Im folgenden Beitrag soll zunächst die klassische, aristotelisch-scholastische Theorie von Gemeinwohl und Subsidiarität dargestellt werden. In einem späteren Beitrag werde ich dann diese Theorie konkreter auf die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Pandemie anwenden.

 

Mittwoch, 12. Mai 2021

Der fünfte Kreis der sozialen Medien

 


Marshall McLuhans berühmte Bemerkung, dass „das Medium die Botschaft ist“, war nie zutreffender als im Fall von Twitter.  Und diese Botschaft ist bösartig.  Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass die Plattform ein malum in se ist, aber es ist nahe dran.  Der Grund liegt nicht in der politischen Voreingenommenheit, obwohl diese kaum hilfreich ist.  Es liegt daran, dass das Medium von seiner Natur her dazu neigt, Aktivitäten zu fördern, die dem zuwiderlaufen, was angesichts unserer Natur als rationale soziale Sinneswesen gut für uns ist.

 

Freitag, 12. März 2021

Materiale Logik: Band 3 der Reihe Klassische aristotelische Logik ist erschienen


Mit dem dritten und letzten Band der Einführung in die klassische aristotelische Logik ist die Reihe nun komplett. Eine „materiale Logik“ kennt nur die klassische Logik. Während es in der formalen Logik um die formale Gültigkeit des Arguments geht, behandelt die materiale Logik den Inhalt und damit die Wahrheit der Argumente. Die materiale Logik ist zugleich eine allgemeine Einführung in die Philosophie, weil sie die Methoden der anderen Fächer der Philosophie bereitstellt. Es geht hier um die 10 Kategorien des Aristoteles, die Einteilung alles dessen, was es gibt, nach wesentlichen und akzidentellen Prädikaten, um die Frage, was eine Definition ist und welche Regeln bei Definitionen zu beachten sind.

 

Dienstag, 2. März 2021

Sterbehilfe und Autonomie

 


Am 23. November wurde in der ARD ein Kammerspiel des Autors Ferdinand von Schirach gesendet, bei dem es um die sogenannte Sterbehilfe ging. Es ging um den konstruierten aber denkbaren Fall eines gesunden 78-jährigen Mannes, dessen Ehefrau unter großen Qualen gestorben war und der nun selbst von einem Arzt einen assistierten Selbstmord erbat. Dazu gab es eine Verhandlung vor einer Ethikkommission und die Zuschauen konnten zum Schluss entscheiden, ob es dem Mann, Herrn Gärtner, erlaubt sein soll, mit Hilfe eines Arztes, der ihm ein Medikament verabreicht, zu sterben. Kaum überraschend stimmten über 70% der Zuschauen mit einem „Ja“. Ein zentrales Thema, das während der gesamten „Verhandlung“ im Zentrum stand, wurde allerdings außer Acht gelassen: Die Frage der „Autonomie“.

 

Dienstag, 16. Februar 2021

Narratives Denken und Verschwörungstheorien


 „Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind" ist eine der berühmtesten Zeilen aus Joseph Hellers "Catch-22".  Ich schlage eine logische Konsequenz vor: Nur weil sie hinter dir her sind, heißt das nicht, dass du nicht paranoid bist.

 Ein Beitrag von Edward Feser

 In zwei Artikeln bei Rorate Caeli (hier und hier) bietet der traditionalistische katholische Historiker Roberto de Mattei einige erhellende Beobachtungen über paranoide Denkweisen, die in einigen rechten Kreisen vorherrschen, wie etwa die QAnon-Theorie.  Diese werden gewöhnlich als „Verschwörungstheorien" kritisiert, aber wie De Mattei betont, ist es nicht das Problem, dass sie bösartige linke Verschwörungen postulieren.  Linke Ideen dominieren tatsächlich die Nachrichtenmedien, die Universitäten, die Unterhaltungsindustrie, die Personalabteilungen der Unternehmen und so weiter.  Linke Politiker und Meinungsmacher sind tatsächlich extrem feindselig gegenüber traditionellen moralischen und religiösen Ansichten und bedrohen in einigen Fällen die Freiheit der Menschen, diese zu äußern.  Ein transformatives Projekt wie The Great Reset ist kein Produkt rechter Fantasie - es hat seine eigene offizielle Website, um Himmels willen.  Linke in der Regierung, in der Presse, in NGOs usw. haben gemeinsame Werte und Ziele und arbeiten zusammen, um sie voranzutreiben.  Die „Verschwörung" hier ist nicht geheim oder hypothetisch, sondern offen.

 

Montag, 15. Februar 2021

Die politischen Nachfolger der gnostischen Häresie


In einem Beitrag zu seinem Blog hat der amerikanische Philosoph und Thomist Edward Feser eine auf den Naturrechtstheoretiker Eric Voegelin (unser Bild) beruhende Analyse der neuen linken Bewegungen verfasst. Gemeint sind hier radikal linke (und auch rechte) Bewegungen mit einem verschwörungstheoretischen Hintergrund, wie die sogenannte „Kritische Rassentheorie“ (CRT), die Genderideologie und andere radikal feministische Ideologien, aber auch die aus dem rechten Milieu stammende QAnon-Bewegung. Der Beitrag ist besonders interessant, insbesondere auch für scholastische Philosophen, weil er einen Bogen zieht von den verschiedenen gnostischen Irrlehren der Antike und des Mittelalters hin zu diesen Bewegungen und damit verständlich macht, dass alle Ideologien der Neuzeit ihren Ursprung in christlichen Häresien haben.

 

Freitag, 22. Januar 2021

Klassische aristotelische Logik: Band 1: Einführung und Band 2: Fortgeschrittene

 


Inzwischen ist der erste Band bereits in jeder Buchhandlung erhältlich und der zweite Band – die Fortsetzung des ersten Bandes – erscheint Mitte Februar. Die Vorworte und Einführungen mit dem Inhaltsverzeichnis möchte ich Ihnen heute präsentieren. Vielleicht bekommen Sie dadurch Lust, diese Einführungen in die klassische aristotelische Logik zu lesen. Nebenbei: So weit mir bekannt, ist dies die einzige deutschsprachige Einführung in die klassische Logik.

Dienstag, 5. Januar 2021

Neue Buchreihe zur klassischen aristotelischen Logik


 Im Verlag editiones scholasticae erscheint in Kürze eine neue dreibändige Reihe zur Einführung in die klassische aristotelische Logik von Rafael Hüntelmann. Die drei Bände sind so angelegt, dass sie für jeden Interessierten verständlich sind und sogar für Schüler geeignet sein sollen. Der erste Band erscheint bereits in etwa einer Woche, die beiden anderen Bände kommen noch in diesem Jahr. Weitere Informationen zu Reihe hier. Grundkurs klassische aristotelische Logik – Editiones Scholasticae (editiones-scholasticae.de)

 

Montag, 4. Januar 2021

„Feinde“ – von Ferdinand von Schirach aus philosophischer Perspektive

 


Am gestrigen Sonntag konnte man eine weitere Verfilmung eines Beststellers des Autors Ferdinand von Schirach in der ARD sehen. Eigentlich waren es zwei Filme mit zwei verschiedenen Perspektiven, der Perspektive des ermittelnden Polizeibeamten und der Perspektive des Anwalts des Täters. Wie bei allen mir bekannten Verfilmungen der Bücher von Schirachs geht es eigentlich um eine Auseinandersetzung zwischen zwei philosophischen ethischen Theorien: der deontischen oder kantischen Ethik und der konsequentialistischen Ethik. Leider wird dies in den Verfilmungen oft nicht deutlich, da juristische Fragen im Mittelpunkt stehen. Ich möchte deshalb den vorstellten Fall philosophisch analysieren und die Fragestellung des Films naturrechtlich beantworten.