Montag, 19. September 2011

Jane Goodall und die unsterbliche Seele

Die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall, die sehr viel Erfahrung im Umgang mit Schimpansen und Gorillas hat, behauptet, dass diese höheren Primaten, wie der Mensch, eine unsterbliche Seele besitzen. Die Unsterblichkeit der menschlichen Seele ist nicht nur theologischer Glaubensinhalt, sondern lässt sich philosophisch beweisen. Er beruht auf der Tatsache, dass der menschliche Geist unabhängig vom Leib Akte vollziehen kann. Mir ist nicht bekannt, dass sich derartige Akte auch bei höheren Primaten finden. Doch nur wenn sich dies zeigen lässt, wäre die Behauptung von Jane Goodall berechtigt.

Sonntag, 18. September 2011

Einwände gegen die Akt-Potenz-Theorie (APT)

Alle mir bekannten Einwände gegen die zuvor nur kurz dargestellte Akt-Potenz-Theorie beruhen auf Missverständnissen oder Voraussetzungen einer Metaphysik, die sich wesentlich von der essentialistischen Metaphysik unterscheidet. Diese Missverständnisse bestehen in der Verwechslung von Akt und Potenz mit logischer Möglichkeit und Wirklichkeit. Die andere Metaphysik, von der man die APT kritisiert, ist eine aktualistische Metaphysik bzw. Ontologie, in der es nur Wirkliches gibt.

Samstag, 10. September 2011

Akt und Potenz

In seinem Hauptwerk „Das Wesen des Thomismus“ macht der Neuscholastiker Gallus M. Manser deutlich, dass das Wesen dieser Philosophie in der von Aristoteles begründeten Akt-Potenz-Theorie besteht. Manser geht in seinem Werk sämtliche Grundlagen der Philosophie und Theologie des Aquinaten durch, um diese These zu exemplifizieren. Das Buch ist leider nur noch antiquarisch zu bekommen (wenn überhaupt). Worin besteht diese Theorie?

Mittwoch, 31. August 2011

Kausalität


Schon einige Male habe ich in diesem Blog über Kausalität geschrieben, insbesondere über die scholastische Vier-Ursachen-Lehre. Eine dieser vier Ursachen ist die Wirkursache, die einzige der vier Ursachen, deren Existenz auch in der modernen Philosophie häufig (wenn auch nicht immer) anerkannt wird. Allerdings unterscheidet sich das moderne Verständnis der Wirkursache deutlich von dem Verständnis der Scholastik. David Hume und seine Gefolgsleute in der Gegenwartsphilosophie bestreiten grundsätzlich, dass es überhaupt eine Kausalbeziehung gibt. Doch dann ist Wissenschaft praktisch unmöglich.

Mittwoch, 17. August 2011

Entstehung des Lebens aus Materie?


Ist es zumindest theoretisch möglich, dass Leben aus unbelebter Materie entsteht? Gewisse Evolutionstheoretiker mit einer Neigung zu Übergriffen in philosophische Bereiche behaupten, dass eine solche Entstehung des Lebens nicht nur möglich ist, sondern notwendig ist, weil das Leben nicht anders erklärt werden kann. Etwas genauere Überlegungen über das Wesen der Kausalität machen allerdings deutlich, dass die Entstehung von Lebewesen, wie primitiv diese auch sein mögen, aus unbelebter Materie schon rein theoretisch völlig unmöglich ist.

Mittwoch, 3. August 2011

Interesse an scholastischer Philosophie wächst

Nicht nur im angelsächsischen Raum, sondern offensichtlich auch in Deutschland, nimmt das Interesse an der scholastischen Philosophie wieder zu. Während in den U.S.A. und auch in England bereits einige Philosophen die scholastische Philosophie auf moderne und gegenwärtige Fragestellungen anwenden, sind im deutschsprachigen Raum solche Philosophen noch an einer Hand abzulesen. Doch nun gibt es einen eigenen Verlag für scholastische Philosophie in Deutschland, der vielleicht zur Förderung dieser immerwährenden Philosophie beitragen kann.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Hierarchie des Seienden

Wohl kaum etwas anderes ist in der modernen, aufgeklärten Welt von heute so umstritten, wie die Annahme einer Hierarchie und Ordnung alles Seienden. In dem geradezu zwanghaften Versuch, alles gleich zu machen, stellen postmoderne Humanisten selbst Tiere über den Menschen. Auch in der modernen Philosophie und Metaphysik, besonders der analytischen Metaphysik, werden alle Unterschiede zwischen den Seienden, die auf eine hierarchische Ordnung hinweisen, nivelliert. Dabei ist schon dem gesunden Menschenverstand ganz offenbar, dass es eine gewisse Ordnung und Hierarchie der sichtbaren Schöpfung gibt, die bei der unbelebten Materie beginnt und bis zum vernunftbegabten Lebewesen hinaufgeht. Doch was ist das metaphysische Fundament dieser Ordnung?

Sonntag, 17. Juli 2011

Dispositionen

In der Gegenwartsphilosophie gibt es seit mehreren Jahren eine Debatte über das Thema der Dispositionen. Die Fragen drehen sich darum, was Dispositionen sind, ob es sie überhaupt gibt, d.h. ob sie reduzierbar sind und wenn es sie gibt, ob es sich dabei um eine eigene ontologische Kategorie handelt. Bedauerlicherweise spielt der Hylemorphismus in dieser Debatte praktisch überhaupt keine Rolle, obwohl die aristotelische Akt-Potenz-Theorie hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten könnte. Was ist nun eine Disposition? Das typische Beispiel hierfür, dass sich in verschiedensten Veröffentlichungen zu diesem Thema findet, ist die Wasserlöslichkeit von Salz. Salz hat die „Disposition“ sich in Wasser aufzulösen. Doch was bedeutet das?

Freitag, 15. Juli 2011

Evolution und Teleologie

Teleologie hat nichts mit Theologie zu tun, obgleich auch die Theologie teleologisch argumentiert. Teleologie ist die Lehre, dass alles was es gibt einen Zweck hat bzw. einem Ziel zustrebt, das es zu erreichen trachtet. Dies gilt nicht nur für menschliche Handlungen, für die auch moderne Philosophen Zwecke zugestehen, sondern auch für alle anderen Lebewesen und selbst für einfache materielle Dinge. Die moderne Naturwissenschaft und mit ihr die mechanistische Philosophie ist bestrebt, Zwecke bzw. Zweckursachen durch Wirkursachen zu erklären. Darüber wurde hier bereits mehrfach geschrieben. Im Besonderen trifft dies für die Evolutionstheorie zu und für streng naturalistische Philosophen, die die Evolutionstheorie missbrauchen, um die Naturalisierung der Zweckursachen zu begründen.

Dienstag, 5. Juli 2011

Die Immaterialität der Erkenntnis

In der Gegenwartsphilosophie wird schon seit langem versucht, alle Weisen der Erkenntnis auf materielle Ursachen zurückzuführen. Es gibt inzwischen eine große Zahl unterschiedlicher materialistischer Theorien der Erkenntnis, die auf unterschiedlichen Wegen dieses eine Ziel verfolgen: Erkenntnis als nichts anderes zu erweisen als einen bestimmten materiellen Zustand des Gehirns. Die aristotelische Scholastik hat bereits vor Jahrhunderten gezeigt, dass  solche Versuche nicht gelingen können, da die menschliche Erkenntnis wesentlich immateriell ist. Gegen diese Argumente kommen bis heute die materialistische Theorien des Geistes nicht an.