Aus Anlass
des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur sogenannten „aktiven Sterbehilfe“,
die auch eine gewerbsmäßige Ausübung der Euthanasie einschließt, veröffentliche
ich in diesem Blog mit Genehmigung des Verlags editiones scholasticae
das Kapitel „Euthanasie“ aus dem Buch von Rafael Hüntelmann, Natürliche Ethik,
zum Thema der sogenannten „aktiven Sterbehilfe“.
Freitag, 28. Februar 2020
Mittwoch, 12. Februar 2020
Rationalismus oder Empirismus: Die falsche Entscheidung
Von Edward Feser
Ich habe oft argumentiert, dass zeitgenössische Philosophen
zu oft nur innerhalb der von ihren frühmodernen Vorfahren ererbten Box
alternativer Positionen denken und dabei die sehr unterschiedliche Art und
Weise, wie vormoderne Philosophen das begriffliche Territorium aufteilen
würden, vernachlässigen oder sogar ignorieren.
Einer der wichtigsten Gründe dafür ist die rationalistisch-empirische
Dichotomie, die durch Kant gefiltert wurde.
Sie hat ein klares Denken nicht nur über die Erkenntnistheorie, sondern
auch über die Metaphysik behindert.
Mittwoch, 29. Januar 2020
Warum ist ein Ding ein Individuum?
Die Frage, was materielle Gegenstände individuiert, bzw.
wodurch diese individuiert werden, gehört zu den immer wieder diskutierten
philosophischen Fragen. Einzig für Nominalisten stellt diese Frage kein Problem
dar, denn für sie existieren ausschließlich individuelle Entitäten, so dass die
Individualität einer Entität keiner weiteren Erklärung bedarf, da sie einfach
ist. Für die aristotelisch-thomistische Tradition wie auch für jede andere
philosophische Theorie, die die Existenz von Universalien annimmt, stellt die
Frage der Individuation hingegen eine Herausforderung dar, die nicht leicht zu beantworten
ist. In folgenden Beitrag werde ich die Theorie der Individuation in der
aristotelisch-thomistischen Philosophie darstellen und diese Theorie mit
einigen anderen philosophischen Theorien konfrontieren.
Donnerstag, 9. Januar 2020
Ein neues Buch von David Oderberg
Nach fast 12 Jahren Wartezeit hat David Oderberg, der
derzeit wohl führende analytische Thomist (auf der Liste der 50einflussreichsten Philosophen der Welt)
ein neues Buch veröffentlicht. Der Titel: The Metaphysics of Good and Evil
Leider ist die gedruckte Hardcoverausgabe extrem teuer, doch es gibt ein eBook
zu einem günstigen Preis und im Verlauf dieses Jahres kann man auch eine
günstigere Paperbackausgabe erwarten.
Das Warten hat sich gelohnt: Das neue
Buch Oderbergs erfüllt alle Erwartungen, die man an diesen Autor stellen kann.
Dienstag, 3. Dezember 2019
Die Wahrheit des Szientismus
In den letzten Jahrzehnten scheint sich der Szientismus als
die vorherrschende Strömung nicht nur in der Philosophie, sondern auch im alltäglichen
Leben durchgesetzt zu haben. Wir erwarten von der Wissenschaft und insbesondere
von der Naturwissenschaft die Antwort auf alle wesentlichen Fragen. Ein Blick
in die Medien und insbesondere in die populären Wissenschaftsmagazine, ob im
Fernsehen oder in anderen Medien, macht diesen Trend deutlich. Es sind fast die
einzigen Sendungen und Magazine, die einen Zuwachs an Zuschauern und Lesern
verzeichnen können.
Mittwoch, 2. Oktober 2019
Tod und Organtransplantation
David Oderberg, einer der einflussreichsten und bekanntesten
thomistischen Philosophen der Gegenwart, hat in einem Aufsatz für eine
Fachzeitschrift (2019) eine Analyse des Hirntodkriteriums, aber auch anderer
Todeskriterien veröffentlicht. In seinem Beitrag argumentiert Oderberg, dass alle
derzeitig gebräuchlichen empirisches Kriterien zur Bestimmung des
Todeszeitpunkts unzuverlässig sind und das nur die Philosophie, bzw. die
Metaphysik in der Lage ist, zu bestimmen, was der Tod ist. In der
aristotelisch-thomistischen Metaphysik wird aber die Trennung von Leib und
Seele als Tod definiert. Diese Trennung von Leib und Seele ist empirisch auf
jeden Fall gegeben, wenn die Verwesung des Körpers eintritt. Oderberg folgert
deshalb, dass jede Organtransplantation seit den 1950er Jahren, bei der die
Organe einem Menschen entnommen wurden, der mit dem Hirntodkriterium für tot
erklärt wurde, letztlich die Tötung eines Menschen darstellt. Er tritt ein für
ein Moratorium für alle weiteren Transplantationen, bei denen der Tod nicht
zumindest durch die Totenstarre festgestellt wird.
Dienstag, 27. August 2019
Naturphilosophie und Naturwissenschaft
Wie steht es um das Verhältnis von Naturphilosophie und
Naturwissenschaft? Diese Frage eröffnet ein weites Feld, aber einige
einleitende Worte, insbesondere aus erkenntnistheoretischer Sicht, können
hilfreich sein, um dieses Verhältnis zu beleuchten und die Einwände, die häufig
von Naturwissenschaftlern und insbesondere von szientistisch orientieren
Philosophen aufzugreifen und zu entkräften.
Dienstag, 6. August 2019
Psychoanalyse des sexuellen Revolutionärs
Wenn jemand eine Behauptung aufstellt oder ein Argument
vorbringt und vorgibt, es zu widerlegen, indem er auf einen angeblichen
persönlichen Mangel seines Charakters aufmerksam macht (wie z.B. einen
schlechten Charakter oder ein verdächtiges Motiv), dann haben wir es einen ad
hominem Trugschluss zu tun. Der
Grund, warum es sich um einen Trugschluss handelt, ist, dass das, worum es in
einem solchen Fall geht, die Wahrheit der Behauptung oder die Beweiskraft des
Arguments ist, aber stattdessen wurde das Thema gewechselt, indem man über
etwas anderes spricht, nämlich über die Person, die die Behauptung oder das
Argument aufstellt. Aber wie ich in
einem Beitrag von vor einigen Jahren erklärte, ist nicht jede Kritik an einer
Person, die eine Behauptung oder ein Argument vorbringt, ein ad hominem Trugschluss,
denn manchmal ist das Thema tatsächlich die Person selbst. Wenn eine Person zum
Beispiel anfällig für ad hominem Trugschlüsse ist und trotz sanfter
Korrektur auf ihnen besteht, ist es völlig legitim zu bemerken, dass sie
irrational und vielleicht sogar moralisch in gewisser Weise defekt ist - zum
Beispiel, dass sie im Laster des Zorn verharrt, oder eine eigensinnige
Persönlichkeit hat, oder sich eines Mangels an Nächstenliebe gegenüber ihren
Gegnern schuldig macht.
Montag, 15. Juli 2019
Was macht eine Aussage wahr?
Nach der klassischen aristotelischen Wahrheitstheorie ist
eine Aussage wahr, genau dann, wenn die Aussage mit der Tatsache übereinstimmt.
Dabei ist vorausgesetzt, dass nur Aussagen, bzw. Propositionen wahr sind. Es
gibt verschiedene andere Definitionen dieser klassischen Wahrheitstheorie, die
auch als Korrespondenztheorie der Wahrheit bezeichnet wird, doch dies ist in
unserem Zusammenhang von untergeordneter Bedeutung.
In der neueren Philosophie heißt es, dass eine Aussage durch
einen „Wahrmacher“ (truthmaker) wahr gemacht wird. Was ist damit gemeint und
wie unterscheidet sich diese Auffassung von der klassischen Wahrheitstheorie?
Donnerstag, 2. Mai 2019
Aristoteliker sollten Präsentisten sein
Der Präsentismus vertritt die Auffassung, dass innerhalb des zeitlichen Bereichs nur die Gegenwart existiert und dass Vergangenheit und Zukunft nicht existieren. Alex Pruss ist der Meinung, dass Aristoteliker keine Präsentisten sein sollten. Das wäre eine Neuigkeit für Aristoteles, Thomas von Aquin und andere aristotelische Präsentisten. Ich stimme eher mit ihnen als mit Alex Pruss überein, und ich denke, dass der Präsentismus tatsächlich die natürliche Sichtweise ist, die man einnehmen sollte, wenn man eine aristotelische Sichtweise auf die Natur der physischen Realität hat und insbesondere im Blick auf die Natur der Zeit. Ich erkläre das alles ausführlich in Aristoteles' Revenge. An dieser Stelle möchte ich nur kurz versuchen, die allgemeine Idee zu vermitteln.
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